"Gott ist tot." - Nietzsche (auch)
Friedrich Nietzsche erklärte das eigentliche Oberhaupt der Christen für verstorben und wollte so den Machtverlust der Kirche deutlich machen. In den letzten beiden Jahren wurde es wieder einmal besonders offensichtlich, wie wenig der Glaube den meisten Menschen noch bedeutet. Es gibt immer häufiger Ausstiegswellen aus den Gemeinden, da sich weniger Menschen mit der Kirche identifizieren können. Der Papst hat eine fragwürdige rechte Vergangenheit und ist immer noch gegen Kondome und die Pille, obwohl deren positive Auswirkungen inzwischen den kleinsten Kindern bekannt sind. Angebliche Vertrauenspersonen wie Priester verlieren mehr und mehr an Ansehen und den Normalsterblichen treiben die Kirchenglocken jeden Sonntag aus dem Bett und in die schlechte Laune.
In einer Welt, die fast vollständig durch Wissenschaftler erklärt ist, noch an einen Schöpfer zu glauben, der alles mit Knete und Liebe zum Leben erweckte, ist absurd. Die Schöpfungsgeschichte an sich ist äußerst unglaubwürdig, selbst wenn man die Funde von Dinosauriern und Neandertalern außer Acht lässt. Am ersten Tag schuf Gott Tag und Nacht, aber erst am Vierten Sonne und Mond. Für Fische und Vögel brauchte er genauso lange wie für alle Säugetiere und den Menschen. Sollte der Mensch nicht einen eigenen Tag haben? Schließlich ist unser Hirn doch komplexer als die der Anderen, auch wenn viele davon nicht Gebrauch machen. Und welcher Vater lässt eigentlich zu, dass sein eigenes Kind für die Sünden anderer an ein Kreuz genagelt wird? So jemanden würde man heute vor Gericht ziehen, das Sorgerecht wegnehmen und Schmerzensgeld zahlen lassen! Und eine Frage, die für den Ausschluss eines Jungen aus der Sonntagsschule sorgte: Wenn Adam und Eva die ersten Menschen waren, wie konnten ihre Söhne Kain und Abel dann ausziehen um ein Weib zu suchen?
Die Geschichte der Arche Noah ist auch nicht gerade ein Punkt, der für die Kirche spricht. Ein Paar jeder Rasse um die Art zu erhalten? Haben Sie schon mal überzüchtete Hunde gesehen? So etwas ist nicht schön. Ab und zu gibt es einen Gläubigen, der die Kirche in Frage stellt. Luther, der den Ausschlag zur Trennung des christlichen Glaubens in katholisch und protestantisch gab, stand vor allem den Freibriefen kritisch gegenüber. Bürger sollten sich durch Taler in den Himmel einkaufen können, selbst wenn sie gesündigt hatten. Dies entsprach nicht der Bibel. Aber woher sollte die Menschen das wissen? Immerhin konnten die wenigsten zu dieser Zeit lesen und wenn dann wahrscheinlich kein Latein. Die fehlenden Übersetzungen machten es dem Volk unmöglich das Hauptwerk ihres Glaubens, die Bibel, überhaupt zu lesen. Es ist schon verwunderlich, dass sich nie jemand zu laut beschwert hat, dass die Priester Demut und Verzicht predigten, selbst aber in teuren Gewändern und mit dicken Bäuchen durch die Weltgeschichte liefen. "Wasser predigen und Wein saufen" ist zwar geläufig, sorgte jedoch nie wirklich für Aufstände der Unzufriedenheit.
Heute wird die Kirche von denen, die noch Mitglied sind, geradezu frenetisch gefeiert. Der aktuelle Papst schaffte es sogar ein großes Poster in der bekanntesten deutschen Jugendzeitschrift zu bekommen. Die Messen in Rom werden weiterhin von Tausenden von Menschen besucht und im Fernsehen verfolgt. Hier haben Atheisten wenigstens die Möglichkeit wegzuschalten. Doch wehe wenn der Papst stirbt! Jeder Sender berichtet dann wieder live vom Petersplatz und die Atheisten beginnen zu beten, dass doch irgendjemand was anderes bringt. Und wenn es nur das Testbild ist.