Der Allmächtige macht Gastauftritte
Gott ist überall. Die Christen stimmen begeistert zu, die Atheisten verdrehen die Augen und die Macher von Serien und Filmen rufen: "Auf jeden!". Im Fernsehen kann man Gott öfter begegnen, als es den Gläubigen lieb ist. Für alle die es möchten werden Predigten im Fernsehen übertragen, doch das ist hier nicht gemeint. Der Schöpfer wird des Öfteren "in persona" im Fernsehen gezeigt. In einem Film mit Jim Carrey übergibt er diesem seine Aufgaben und Mächte. Schon schön anzusehen, wozu ein Mensch diese Kräfte nutzen würde. Doch der Stress vermiest einem das Ganze. Wie soll man sich denn auch die Gebete von Millionen von Menschen anhören? Täglich und in zig Sprachen? Da kann man ja nur Kopfschmerzen bekommen.
Eine Besonderheit dieses Films ist auch, dass Gott schwarz ist. Er wird von Morgan Freeman gespielt. Viele Schwarze freuten sich über die Vergabe der Rolle an einen Afroamerikaner, doch aus unterschiedlichen Gründen. Niemand erwähnte, dass es eigentlich glaubwürdiger wäre, wenn Gott schwarz ist. Schließlich schuf er den Menschen ja nach seinem Ebenbild und die ersten Menschen waren nicht hellhäutig wie Mitteleuropäer. Doch sie waren auch nicht gelb wie die Simpsons. Bei der Familie aus Springfield war Gott schon öfter zu sehen. Für gewöhnlich wird er jedoch bloß von den Schultern abwärts gezeigt, da man sich ja laut der Zehn Gebote kein Bild von Gott machen soll. Er ist die einzige Figur der Serie, die fünf Finger hat. Sein Sohn Jesus Christus ist auch ein paar Mal in der Serie zu sehen. Einmal erwähnt Gott, dass ihm der Besuch auf der Erde nicht gut getan hätte, er aber nicht genau wisse was passiert sei. Daraufhin sieht man Jesus verstört auf einer Schaukel sitzen. Vielleicht ist er ein paar Mal zu oft seinem Fanclub begegnet, die noch heute gern an Türen klopfen und sagen: "Wir möchten mit Ihnen über Gott sprechen!". Aber nie bringen sie ihn mit.
Vor allem Amerikaner machen ihre Späße mit dem kirchlichen Oberhaupt, obwohl sie gleichzeitig auch die meisten Gläubigen haben. Kommt Gott nicht bildlich vor, beherrscht er zumindest noch die Gespräche. Dabei ist er wesentlich weniger unterhaltsam als der Teufel. Der jedoch tritt immer seltener in Erscheinung. Sein Angestellter Gevatter Tod hingegen ist immer häufiger zu sehen. Bei der Serie Family Guy ist er inzwischen ein häufig gesehener Gast. Vielleicht kommt ja irgendwann die Zeit, in der Witze über Himmel und Hölle zu langweilig werden. Immerhin wurde Gott schon in einem Atemzug mit Spongebob Schwammkopf genannt. Viel tiefer geht es ja dann auch nicht mehr.
Eine häufig nicht erwähnte Theorie, die man auch gern außer Acht lässt: Gott ist eine Frau. Das würde Alice Schwarzer zwar gefallen, ist aber doch noch unwahrscheinlicher als die Existenz eines Gottes an sich. Die Schöpfung hätte dann nicht aus Tag, Nacht, Erde, Himmel, Tiere und Mensch bestanden, sondern: Schokolade, Schuhe, Make-Up und rosa Chihuahuas. Außerdem wäre der erste Mensch dann kein Mann geworden, sondern ein Model wie auf den Laufstegen von Victoria's Secret. Und das untrüglichste Zeichen dass Gott keine Frau sein kann: Bisher hat sie noch nichts gesagt.